Dokumentation Ute Gebhardt

Christian Faludi wirkte u.a. in der Dokumentation Ausgeplündert: „Arisierung“ in Thüringen als Historiker-Experte mit. Der Film wurde mehrfach in den Sendern des öffentlichen Rundfunks ausgestrahlt; in der Beschreibung dazu heißt es:

Ein Film von Ute Gebhardt

Die Kundin holt ihre Medizin wie immer in der Erfurter Mohren-Apotheke. Vor dem Geschäft bekommt sie einen Zettel in die Hand gedrückt. „Sie sind soeben fotografiert worden, als sie beim Juden kauften! Ihr Bild kommt an den Pranger!“ Bald darauf gibt die Apothekerfamilie Littmann auf. Die Kundschaft bleibt weg, die Schulden häufen sich. Littmann verkauft die modernste Apotheke der Stadt weit unter Wert. Was ihm vom Geld bleibt, wird als „Judenabgabe“ beschlagnahmt. Die Familie schafft die Ausreise nach Amerika.

„Ich kam als wohlhabender Mann nach Erfurt und ging als ausgeplünderter Jude davon.“ David Littman

Der Film „Ausgeplündert“ zeigt, wie die Juden in Thüringen ab 1933 systematisch ausgegrenzt, beraubt und außer Landes gezwungen wurden. Er zeigt die Judenverfolgung vor dem Holocaust, als der Raub vor aller Augen in Städten und Gemeinden vonstatten ging. Fünf Fallgeschichten erzählen von Opfern, Tätern und der schweigenden Masse.

Siebzig Jahre nach der Reichspogromnacht beleuchtet Autorin Ute Gebhardt erstmals die regionale Dimension der Judenverfolgung. Sie betrachtet auch Rückgabe und Entschädigung. Das Land Thüringen setzte 1945 ein Wiedergutmachungsgesetz in Kraft – das einzige in Deutschland. Dieser ernsthafte Versuch zur Rückgabe jüdischen Vermögens scheiterte – spätestens ab 1949.