Ausstellung:
Thüringen 1919. Zwischen Revolution und Landesgründung

Im Sommer 1918 verhandelten erstmals Vertreter der Thüringer Einzelstaaten über einen Zusammenschluss unter der Souveränität der Fürsten. Die Novemberrevolution verhinderte eine Umsetzung und zunächst entstanden neun Republiken. Die Verbesserung der Versorgungslage, Ausrichtung von Wahlen, Vermögensauseinandersetzungen mit den abgedankten Monarchen und politische Unruhen bestimmten das Tagesgeschehen.

Am 10. Dezember 1918 stimmten die Arbeiter- und Soldatenräte (ASR) des thüringischen Reichswahlkreises für einen Zusammenschluss der Kleinstaaten einschließlich der preußischen Gebiete in Thüringen. In einigen Ländern existierten aber unterschiedliche Ansichten über die staatliche Zugehörigkeit. Um den endgültigen Zusammenschluss zu vollziehen, wurde im Frühjahr 1919 ein Gemeinschaftsvertrag ausgehandelt. Das Papier beinhaltete unter anderem die Bildung eines Staatsrates, bestehend aus Mitgliedern der Regierungen, und eines Volksrates, bestehend aus Mitgliedern der Parlamente. Der Landtag von Meiningen verabschiedete den Vertrag erst nach dem Zugeständnis von Sonderrechten. Coburg ließ seine Bevölkerung entscheiden, die mit großer Mehrheit gegen den Anschluss an Thüringen votierte. Die preußische Regierung war zudem nicht zur Abtretung von Gebieten bereit, sodass nur die „kleinthüringische Lösung“ verwirklicht werden konnte.

Nachdem der Reichsrat am 20. April und die Nationalversammlung am 30. April 1920 das Gesetz über die Bildung Thüringens verabschiedet hatte, entstand am 1. Mai 1920 das Land Thüringen als einzige Neugründung der Weimarer Republik.  Das neue Landeswappen zeigte stellvertretend für die sieben vormaligen Staaten sieben silberne Sterne auf rotem Grund.

Das Ausstellungsprojekt spiegelt die mit Spannung geladene Periode in Thüringen zwischen Revolution und Landesgründung.

Titelblatt des Simplicissimus vom 3. Dezember 1918

Simplicissimus 1918

Die Ausstellung wird kuratiert von:

Christian Faludi und Manuel Schwarz

Veranstalter:

Stadtmuseum Weimar in Zusammenarbeit mit dem Weimarer Republik e.V.

Termine:

8. März – 5. Mai 2019

N.N.

N.N.

Ort:

Weimar; Kunsthalle „Harry Graf Kessler“

Erfurt; Thüringer Landtag

N.N.

Gefördert von:

Thüringer Staatskanzlei

Freistaat Thüringen

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